Veranstaltungen in der Wilma

Die Entstehung Israels: Mythos und Wirklichkeit

Der Vortrag behandelt die Entstehungsgeschichte Israels, mit Schwerpunkt auf der Zeitperiode vor 100 Jahren, um die Balfour-Deklaration.

Die Entstehung basiert auf inneren krisenhaften Entwicklungen im Judentum, in Wechselwirkung mit drei äußeren Faktoren: Der Diskriminierung und Verfolgung von Juden im Zarenreich, den Großmachtinteressen des britischen Empire, und dem fabrikmäßigen Massenmord durch die deutschen Nationalsozialisten.

Juden im Zarenreich wurden von der rückständigen Herrschaft von Zar und Kirche diskriminiert und schikaniert. Die allgemeine Unzufriedenheit mit den Verhältnissen wurde von der Herrschaft mit Erfolg auf Juden umgeleitet und entlud sich in den Pogromen von 1905, bei denen Tausende Juden ermordet wurden. Hunderttausende flüchteten, zumeist ins westliche Ausland, zuerst nach Deutschland.

Dem britischen Empire ging es um die Sicherung des Seewegs in seine wichtigste Kolonie und um ein Standbein im Nahem Osten. Da kamen 1917 die Zionisten gerade recht.

Das deutsche Regime drängte 1933-38 Juden aus dem Land und beschloss dann bekanntlich im Zuge seiner kriegerischen Expansion, alle Juden umzubringen.

Wer noch konnte, floh aus Europa.

Im osteuropäischen Judentum entwickelte sich unter der zaristischen Unterdrückung durch den Einzug der Aufklärung nach Osteuropa Ende des 19. Jahrhunderts der Konflikt zwischen Herrschaft der Halacha (dem religiösen Gesetz, vertreten durch die Rabbiner) und moderner Bildung und Kultur. Zionisten, Bundisten, Kommunisten suchten die Befreiung und eine kulturelle Neubestimmung. Die Religiösen hielten dagegen, nur eine kleine Gruppe, "Misrachi", versuchte Zionismus und religiöse Tradition zu integrieren. Ausgerechnet diese vermittelnde Ideologie wurde nach 1967 zum Kern der radikalen Siedlerbewegung.

Ort: Wilma, Wilmersdorfer Str. 163, 10585 Berlin

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